Einst waren es Heimcomputer, später dann der PC – doch mittlerweile haben sich Smartphones und Tablets zu einem bevorzugten Ziel für Malware, Viren und andere Schadprogramme entwickelt. Kaspersky Labs rät erneut allen Nutzern eines Smartphones auf die Sicherheit ihres mobilen Begleiters zu achten.

Immer mehr Schadsoftware für Smartphones
Laut Kaspersky Labs konnten im Juni 2011 noch etwas mehr als 200 neue Schädlinge identifiziert werden, im Dezember 2011 waren es jedoch schon 1200 neue Schadprogramme. Mittlerweile sind bei Kaspersky bereits mehr als 6700 einzelne Schadprogramme verzeichnet.
Bevorzugtes Ziel der Malware-Programmierer ist Android. 67 Prozent aller Mobiltelefon-Schädlinge sind speziell für Android vorgesehen. Den zweiten Platz hat J2ME (Java 2 Micro Edition) mit 25 Prozent inne – diese ältere System findet sich noch immer auf zahlreichen preiswerten Einsteiger-Telefonen mit begrenzten Onlinefähigkeiten. Der dritte Platz entfällt auf Symbian mit nur noch 5 Prozent – woran sicherlich auch die stetig sinkende Bedeutung von Symbian auf dem Mobiltelefonmarkt schuld sein dürfte. Nur sehr selten werden Apples iPhone (iOS), Windows Mobile und Windows Phone 7 sowie Blackberry OS angegriffen. Obwohl Apple eine sehr große Gerätebasis und damit eine sehr gute Angriffsfläche auf dem Markt hat, finden sich nur sehr wenige Schädlinge für das iPhone und das iPad. Apples restriktive Marktplatzpolitik, das geschlossene System ohne die Möglichkeit, beliebige Software zu installieren, zeigen hier ihre positiven Seiten. Windows-Systeme und Blackberrys Betriebssystem allerdings dürften schlicht zu wenig Relevanz auf dem Markt besitzen.
“Smartphones nähern sich immer mehr der Funktionalität klassischer PCs an”, so Marco Preuß, Senior Virus Analyst bei Kaspersky Lab. “Auch übernehmen die Malware-Schreiber mobiler Schädlinge Methoden klassischer PC-Malware.”. Auch Smartphone-Nutzer sollten sich bedachter im Internet und vor allem beim Download von Anwendungen und beim Anklicken von Werbebannern verhalten. Vor allem zweifelhafte Programme aus dem Android-Marktplatz sorgen für zahlreiche verseuchte Smartphones. Homebanking und die Arbeit mit sensiblen Dokumenten verbietet sich damit an einem Android-Smartphone oder einem entsprechenden Tablet. Allerdings sollte bei den mahnenden Worten der Kaspersky-Mitarbeiter nicht vergessen werden, dass das Unternehmen natürlich auch seine eigenen Umsätze im Auge hat – immerhin bietet Kaspersky Labs auch Schutzprogramme für Smartphones an.